Williams-Beuren-Syndrom Landesverband Hamburg - Ursache/Diagnose

 

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Ursache des WBS
Seit 1993 ist bekannt, dass die Ursache des WBS eine Veränderung von mindestens 20
Genen auf dem langen Arm des Chromosoms der Nummer 7 ist: Bei 97% der Betroffenen lässt sich eine Deletion (= Stückverlust) im Bereich q11-q23 nachweisen, was als contiguous-gene-syndrome (= Verlust mehrerer benachbarter Gene auf einem Chromosomenabschnitt) bezeichnet wird. Dieser Verlust entsteht durch eine spontane Mutation.

Häufigkeit des Syndroms
Die Angaben über die Häufigkeit des Syndroms schwanken sehr stark. Zur Zeit wird von einer Auftretenshäufigkeit des WBS von etwa 1:10.000 bis 1:20.000 Lebendgeburten ausgegangen. Dies bedeutet, dass es bei einer Wohnbevölkerung in Deutschland von rd. 80 Millionen Menschen ca. 4.000 bis 8.000 Betroffene geben muss.
Zum Vergleich: Das allgemein bekanntere Down-Syndrom tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:700 Lebendgeburten auf.

Diagnose
Generell wird die Diagnose  oft erst relativ spät gestellt, teilweise erst im Kindergarten oder Grundschulalter. Möglicherweise liegt dies daran, dass das WBS und seine Symptomatik vergleichsweise unbekannt ist (siehe Häufigkeit). Ausgangspunkt für die Diagnose ist oftmals ein Herzfehler, der bei den Betroffenen festgestellt wird und der, im Zusammenspiel mit anderen Symptomen, dann zur Diagnose WBS führt.

Die "technische" Diagnose erfolgt durch eine molekularzytogenetische Untersuchung von einigen Millilitern Blut des Betroffenen. Mittels des
FisH-Tests mit Elastin-Sonde / Chromosom 7q11.23 spezifischer Sonde kann die  Genbesonderheit auf dem Chromosom 7 nachgewiesen werden.
 

Vorgeburtlich ist die Diagnosestellung theoretisch möglich, der entsprechende Test (Amniozentese, "Fruchtwasseruntersuchung") wird allerdings nicht routinemäßig angewandt, in der Regel nur bei Schwangeren über 35 Jahren. Auch bei Durchführung einer Amniozentese wird nicht routinemäßig nach dem WBS gesucht.

 

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Copyright © 2005 Landesverband Hamburg Williams-Beuren-Syndrom Stand: 26.01.2006